Schufa Tipps – Falsche Daten

Fehlerhafte oder gar falsche Einträge sind in der Schufa keine Seltenheit. Schätzungsweise jeder 4. Eintrag ist mit Fehlern behaftet. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung kann bei den Millionen von Daten keine Gegenprüfung mehr vornehmen. Die Unternehmen, die Mitglieder der Auskunftei sind, melden automatisiert. Eine Prüfung durch die Schufa wäre grundsätzlich auch gar nicht möglich. Durch die zunehmenden Datenmengen nehmen die Pannen aber auch grundsätzlich zu. Dabei werden nicht nur falsche Einträge übertragen, sondern schlichtweg auch Fristen versäumt, um Zahlungserledigungen zu melden.

Im Grunde wären diese Nachlässigkeiten gar nicht einmal so schlimm, würden diese nicht die Kreditwürdigkeit der Betroffenen beeinflussen. Fehlerhafte Meldungen können den Score Wert betreffen und hier zu einem schlechteren Ergebnis führen.

Wie können sich Verbraucher genau vor diesen Problemen schützen? Der erste Ansatz ist, regelmäßig eine Selbstauskunft einzufordern. Allerdings kann diese nur einmal im Jahr kostenlos abgerufen werden. Wie das geht, erfahren Sie hier. Wer mehrere Anfragen in einem Jahr vornehmen möchte, kann diese gegen eine Abo-Gebühr bei der Schufa online erhalten. Was passiert aber nun, wenn eben in jeder Selbstauskunft ein Fehler bemerkt wird oder Einträge zur Person nicht vollständig sind?

Wie kann ich Daten bei der Schufa korrigieren lassen?

Eigentlich kann das sehr leicht sein. Wie Sie dabei am besten vorgehen, haben wir kurz einmal aufgeführt. Sofern Sie fehlerhafte Einträge in der Selbstauskunft bemerken, können Sie bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung auf eine Änderung drängen.

Die Schufa muss falsche Daten löschen bzw. unvollständige nachbessern! Maßgeblich dafür ist der § 35 Abs.1 BDSG.

Hierfür nehmen Sie am besten auf schriftlichem Wege mit der Auskunftei Kontakt auf. Sie erreichen den Schufa-Service wie folgt:

Schufa Holding AG
Privatkunden Service Center
Pf. 10 34 41
50474 Köln
Tel. 0611 – 9 27 80

Generell sollten Sie dabei genau schildern, welcher Eintrag falsch ist und warum. Ganz wichtig ist hierbei, dass weitere Unterlagen als Nachweis eingereicht werden. Alternativ steht auch auf der Schufa Seite ein entsprechendes Kontaktformular zur Verfügung.

Ein Musteranschreiben dafür finden Sie direkt auf unseren Seiten hier zum Download. Es handelt sich dabei um ein Word-Dokument, in dem Sie nur noch die entsprechenden Felder ausfüllen müssen. Beachten Sie bitte, dass die unstimmigen Angaben nicht nur in der Schufa enthalten sein können, sondern auch bei anderen Auskunfteien (Bürgel, Infoscore, etc.).

Wenn Mitglieder fehlerhafte Daten übertragen

Hier kommt es zu den meisten Fehlern. Die Mitglieder, also die Unternehmen, bei denen Sie Verträge (Kredit, Handy, Internet, etc.) abgeschlossen haben, melden diese Vertragsverhältnisse und die damit in Zusammenhang stehenden Zahlungsverhältnisse der Schufa. Fehler sind dabei oft vorhanden.

Auch hier gibt es einen einfachen Weg, auf eine Abänderung zu drängen. Die Unternehmen sind bei einem Fehler gesetzlich verpflichtet, den Eintrag in der Schufa nachzubessern. Ein Beispiel: Jedes Unternehmen, das Mitglied in der Schufa ist, muss in einem Zeitraum von 30 Tagen melden, wenn ein Vertrag vollständig bezahlt oder gekündigt wurde. Genau dieser Punkt, wird aber meistens versäumt. Das erfolgt nicht böswillig. Viele Unternehmen verschlafen einfach die Meldung oder führen diese erst deutlich verspätet durch.

Sie können das Unternehmen direkt auffordern, die Daten in einer kleinen Frist zu löschen oder nachzubessern. Um welches Unternehmen es sich dabei handelt, erfahren Sie direkt in der Selbstauskunft. Verlangen Sie dabei unbedingt eine schriftliche Bestätigung. Diese können Sie einfach an die Schufa vorab senden, damit es ein wenig schneller geht. Wird die Forderung dann in der Auskunftei geändert, kommt es dort zu dem sogenannten Erledigungsvermerk.

Wenn es nicht voran gehen will

Manchmal hakt es einfach. Und die Schufa führt die gewünschte Änderung nicht durch, obwohl der Eintrag erkennbar falsch ist. In diesem Fall gibt es den sogenannten Schufa-Ombudsmann, der dann Ansprechpartner für Sie ist. Alternativ kann auch ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden, das aber ist meistens mit hohen Kosten verbunden, die in den meisten Fällen nicht bei der Schufa (oder nur schwer) zurückgefordert werden können. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich direkt den Schufa Ombudsmann zu kontaktieren. Das erfolgt kostenlos.
Sinn macht das aber nur, wenn die Sache auch wirklich unstrittig ist.- Sie also nachweisen können, das der beanstandete Eintrag wirklich falsch ist.

Die Adresse lautet hier:
Schufa Ombudsmann
Postfach 5280
65042 Wiesbaden
Fax. 0611 – 9 27 8 81 14
info@schufa-ombudsmann.de

Zusätzlich finden Sie auf der Internetseite des Schufa Ombudsmann ein Onlineformular für die Kontaktaufnahme.

Bei einer Anfrage sollten alle Dokumente, die als Nachweis dienen, als Fotokopien mit versandt werden. Weitere Anforderungen finden sich auf der Seite des Schufa Ombudsmanns zur Einsicht.

Was sind die typischen Fehler in der Schufa

Früher wurden die Daten der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung in Aktenform mühsam gesammelt. Das Datenvolumen war sehr übersichtlich. Der Versandhandel, so wie wir ihn heute kennen, gab es damals nicht. Durch den Onlineversand, aber auch durch die einfachere Kreditaufnahme und Internet- sowie Mobilfunkanschlüsse sind die Datenmengen bei der Schufa sprichwörtlich explodiert. Entsprechend hoch liegt auch die Fehleranzahl. Es muss schnell gehen und das erfolgt heute alles elektronisch. Einige der typischen Fehlerquellen haben wir einmal nachfolgend aufgeführt.

  • Bezahlte Kreditverträge werden nicht gelöscht
  • Forderungen die erledigt sind, werden nicht als solche gekennzeichnet
  • Persönliche Daten sind oft unvollständig oder fehlerhaft
  • Verspätete Zahlungseingänge werden oft in der Schufa vermerkt

 

Wichtig ist hierbei, dass die Schufa nur ein Synonym für Auskunfteien ist. So können die falschen Daten auch bei der Konkurrenz vorhanden sein. Zum Beispiel bei Deltavista, Bürgel oder Infoscore. Es kann also sinnvoll sein, dort ebenfalls eine Selbstauskunft anzufordern.

Dauer der Datenspeicherung

Damit Sie möglicherweise fehlerhafte Daten kontrollieren können, haben wir einen kleinen Auszug über die regulären Fristen für die Datenspeicherung im Anhang beigefügt. Bitte beachten Sie, dass die Frist praktisch immer erst dann beginnt, wenn die Zahlung komplett erfolgt ist. In den meisten Fällen liegen die Fristen bei 3 Jahren, nach der Erledigung. Siehe hierzu auch: § 35 Abs.2 Satz 2 Nr. 4 BDSG.

Eine kleine Tabelle zu den jeweiligen Fristen:

Art der Daten Fristen zur Löschung
Kreditinformationen 3 Jahre ab Rückzahlungszeitpunkt
Bankonten und Kreditkarten Sofort, nachdem die Schufa über Kündigung informiert wurde
Anfragen für Kredite 12 Monate nach der Anfrage
Konditionsanfragen für Kredite 12 Monate nach der Anfrage (für Dritte nicht sichtbar)
Schufaabfrage von Unternehmen 12  Monate nach der Anfrage
Falsche Angaben (wenn unstrittig!) sofort, jederzeit
Restschuldbefreiung 3 Jahre (jeweils zum Jahresende)
Abgabe Vermögensauskunft, Haftbefehl 3 Jahre (oder vorzeitig auf Antrag)
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